J. Laugisch/L.W.R. Kobes (Göttingen):

Sprachverbessernde Maßnahmen bei Patienten mit Kieferdefekten

Erworbene Defekte entstehen in der Regel als Unfallfolgen, Folgen von Verletzungen und Krankheiten als direkte und indirekte Folge. Sie betreffen in der Regel ein volleistungsfähiges Lautbildungssystem. Die Bildung der normalen Sprachlaute als gemeinsame Leistung des Vokalgenerators und der Gegebenheiten des Ansatzrohres werden zur Verdeutlichung der Sprachpathologie zunächst diskutiert.

Eine Klassifizierung der erworbenen Defekte kann nach phonetischen Gesichtspunkten erfolgen, in dem die am wenigsten folgenschweren Defekte an oberster Stelle und die mit den weitgreifensten Auswirkungen an unterster Stelle gelistet werden:

1. Defekte des Alveolarförtsatzes

2. Defekte des harten Gaumens
a.) mit allseitig immobiler Begrenzung
b.) mit einseitig mobiler Begrenzung

3. Mit Eröffnung eines Zuganges zu den Nasennebenhöhlen

4. Lippendefekte, welche einen normalen Lippenschluß beeinträchtigen und

5. Defekte des weichen Gaumens, wobei insbesondere die Kontinuitätstrennung im Vordergrund steht, da diese aufgrund der überkreuzten Muskelversorgung des weichen Gaumens nicht nur eine Aufhebung der normalen Gaumensegelfünktion bewirken, sondern darüber hinaus auch eine Erweiterung des nasopharyngealen Isthmus zu Folge haben, wenn es gilt, diese Hemmstelle einzuengen. Eine kurze Darstellung streift die Möglichkeiten der prothetischen Therapie bei erworbenen Kieferdefekten und gibt Hinweise auf

6. Die sprachlautbildungsverbessemden Maßnahmen bei geschlossenen, offenen und weitgreifenden orofazialen Gewebsverlusten. Verbesserungen in der Sprachlautbildung konzentrieren sich im wesentlichen auf die Möglichkeiten eines dichten Abschlusses zwischen Defektlumen und dem defektverschließendem Obturatorkörper.


Korrespondenzadresse:
Prof. Dr. L.W.R. Kobes u. Frau J. Laugisch
Klinik und Poliklinik f. Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde
der Georg-August-Universität Göttingen
Abteilung: Prothetik I
Postfach 3 742
D-37070 Göttingen



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