B. Wöstmann, K.R. Rasche (Gießen/Münster):

Die Modellgußprothese in der Defektprothetik

Teil 2: Langzeitbewährung und Nachsorgebedarf
Die vorgestellten Ergebnisse beruhen auf der Auswertung von 78 kiefer-gesichts-versehrten Patienten, die nach Tumortherapie kiefer-gesichts-prothetisch mit Einstückgußprothesen versorgt worden waren und zu denen vollständige Nachuntersuchungsdaten verfügbar waren. 52 Patienten waren pallitativ bzw. kurativ radiiert worden; 26 Patienten hatten keine Radiotherapie erhalten. Zur Beurteilung der Verweilzeit des Zahnersatzes in der Mundhöhle wurde das von KAPLAN und MEIER vorgeschlagene Verfahren verwendet (Zielereignisse: Neuanfertigung des Ersatzes bzw. Notwendigkeit der ersten Korrektur). Es zeigte sich, daß die Verweildauer von Einstückgußprothesen bei nicht radiotherapierten Patienten in einer Größenordnung liegt, die der Verweildauer systematisch nachkontrollierter Einstückgußprothesen von Nicht-Tumor-Patienten vergleichbar ist. Bei strahlenbehandelten Patienten erwies sich der Einsatz von Einstückgußprothesen dagegen eher als problematisch, weil der längerfristige Erhalt der Pfeilerzähne nicht gewährleistet werden kann. In jedem Fall muß deshalb bei strahlenbehandelten Patienten, sofern diese mit Einstückgußprothesen versorgt werden sollen, eine regelmäßige und intensive Fluoridapplikation (z.B. mit Fluoridierungsschienen) erfolgen. Wenn sich auch das Riskio des Verlustes von Klammerzähnen mit Hilfe der Fluoridierung nicht auf ein mit einer Überkronung zu erreichende Maß reduzieren läßt, so muß nach bisher vorliegenden Ergebnissen die intensive Fluoridapplikation als ein einfaches und für den Patienten unbelastendes aber gleichzeitig hochwirksames Hilfsmittel zur Verbesserung der Erfolgsaussichten einer Einstückgußprothese beim strahlenbehandelten Patienten angesehen werden.

Korrespondenzadresse:
Hochsch.-Doz. Dr. B. Wöstmann
MZ ZMK-Heilkunde, Abt. für Zahnärztliche Prothetik
Schlangenzahl 14
35392 Gießen



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