V. Kalski (Saarbrücken):

Krankenhausalltag aus Sicht eines Betroffenen mit tödlicher Diagnose


Verehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren!

Ich werde in diesem Jahr meinen 10ten Geburtstag feiern. Nämlich genau 10 Jahre sind es nun her, als ich diese fürchterliche Therapie über mich ergehen ließ. Aber was eigentlich noch schlimmer ist, war die Diagnose, den die war tödlich. Die Meinung vom Professor habe ich sofort in Frage gestellt. Mit meiner Meinung, nämlich zu überleben , war ich ziemlich alleine. Kein Mensch war da, der mich bestärkte, motivierte, meine Zuversicht zu steigern. Ich möchte Sie daher herzlich bitten, sensibel zu reagieren, wenn ein Patient ihre Diagnose anzweifelt. Dieser Zweifel wird vom Überlebenswillen geprägt und schmälert keineswegs Ihre Kompetenzen.

Andererseits ist es uns auch schon oft gelungen Patienten mit relativ guter Prognose jedoch ohne Überlebenswillen den Rücken zu stärken . Gemäß der Selbsthilfe erkennen wir einen Sinn in der eigenen Therapie und Versehrung.

Aber....

Zugegeben, ich liege mehr tot als lebendig im Bett, als die Visite kommt: "Ach den Kalski", meint der junge Stationsarzt, "den brauchen wir nichts mehr zu fragen, der macht ja sowieso nicht mehr lange".

Selbstverständlich kann sich jeder seine Zeit so definieren, wie er das braucht. Ich finde 10 Jahre ist ganz schön lang. Aber nie war es langweilig. Ich habe die Tulpe initiiert und begründet, mit dem Ziel die Situation jedes einzelnen Patienten zu verbessern. Helfen Sie uns bitte dabei auch jeden zu erreichen. Wenn Sie Betroffene kennenlernen, berichten Sie bitte von TULPE, dem Verein zur Hilfe und Betreuung von Gesichtsversehrten.

Vielen Dank dafür und natürlich auch für die Gelegenheit hier zu sprechen und Ihre Aufmerksamkeit.

Korrespondenzadresse:
Volker Kalski, Selbsthilfegruppe "TULPE"


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