S. Linsen, U. Schmidt-Beer (Bonn):

Welche Kriterien bestimmen die Auswahl des Abformmaterials bei Defekten im Mund- und Kiefer- Gesichtsbereich?

Die Abformung von großen Hohlräumen nach Resektion des Oberkiefers im Bereich des harten und weichen Gaumens erfordert häufig den schichtweisen Aufbau verschiedenartiger Abformmaterialien. Diese müssen als Eigenschaft zunächst Standfestigkeit haben, um eine Grundform bzw. eine Individualisierung eines konfektionierten Löffels zu erzielen. Dabei werden thermoplastische Materialien z.B. Kerrâ, zur Individualisierung von Konfektionslöffeln besonders im Löffelrandbereich eingesetzt. Eine annäherungsweise raumfüllende und ggf. weichteilunterstützende Auffüllung des Defektbereiches erfordert den Einsatz von hochviskösen Silikonen, wie z.B. Silaplast.Zur präzisen Abformung der Defektbegrenzung und zur Erfassung von Unterschnitten eignet sich vorzugsweise Alginat. Dieses Material garantiert ausreichende Genauigkeit und ein besseres "Handling" beim Einbringen und bei Entfernen der Abformung gegenüber den präzisen mittel- und hochviskösen Silikonen, die ihrerseits aber eine bessere Korrekturmöglichkeit bieten. Da das Abformmaterial im Überschuß eingebracht werden muß, sind Silikone, die unter Druck in unübersichtliche Hohlräume vordringen, als eher ungeeignet einzustufen. Ferner ist die Abformung, auf Grund der hohen Reißfestigkeit von Silikonen, oft schwer zu entfernen. Im Unterkiefer kommt der Defekt- bzw. Schleimhautabformung eine untergeordnete Rolle zu, da hierbei häufig die knöcherne Rekonstruktion des Defektes und ein dental- bzw. implantatgestützter Zahnersatz angestrebt wird.

Korrespondenzadresse:
Dr. Sabine Linsen
ZZMK -Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Welschnonnenstraße 17
53111 Bonn


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