U. Schneider, D. Schäfer, U. Kneser (Freiburg); A.Loch (Berlin):

Fallbericht: Herstellung einer Silikonhohlform zur Züchtung menschlichen Knorpelgewebes in defektanaloger Morphlogie

Ein 23-jähriger Patient erlitt im Rahmen eines Berufsunfalls unter anderem einen Teilverlust seines rechten Ohres. Aufgabe war es, eine "Gussform" herzustellen, die es erlaubt, autologes menschliches Knorpelgewebe komplexer Morphologie defektorientiert zu züchten.

Auf einem Arbeitsmodell aus Superhartgips wurde die fehlende Knorpelsubstanz aus Kaltpolymerisat (Tab 2000) modelliert. Dieses Kunststoffmodell wurde in Silikon (Biopor AB) doubliert und nach dem Erhärten wieder entnommen. In die entstandene Hohlform wurde Knorpelsuspension (isolierte, autologe Chondrozyten der Rippe in Fibrinkleber) eingebracht, die nach kurzer Zeit entnommen und in einer Nährlösung weiter gezüchtet wurde. Das so entstandene Knorpelanalogon wurde dem Patienten in den Ohrdefekt transplantiert.

12 Wochen post operationem, nach erfolgter Auswertung bildgebender Verfahren (MRT), sowie nach palpatorischem Befund (Formstabilität, Elastizität) stellt sich das Transplantat gut integriert dar.

Das Ergebnis zeigt, dass im Rahmen des Tissue Engineering von menschlichem Knorpelgewebe durch Herstellung von Modellanaloga auch sehr komplexe Formen transplantierbaren Gewebes erzeugt werden können.

Korrespondenzadresse:
Dr. Udo F. Schneider
Universitätszahnklinik Freiburg
Abteilung Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg



Startseite Kiefer-Gesichts-Prothetik

Weiter !

Zurück !