H.-U. Klapper, A. Thriemer, T. Reiber, K.-H. Dannhauer, H.-L. Graf (Leipzig):

Therapiemöglichkeiten und Probleme bei der defektprothetischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen bei gleichzeitiger kieferorthopädischer Behandlung

Besondere Probleme treten bei der Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen nach Tumoroperationen im Kiefer-Gesichts-Bereich auf, wenn zusätzlich zur Wiederherstellung der gestörten Funktionen eine kieferorthopädische Behandlung durchgeführt werden muß. Es wird die Vorgehensweise der interdisziplinären Zusammenarbeit am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Leipzig und der Einsatz des Ortho-Implantatsystems (Fa. Straumann) bei der Versorgung dieser Patientengruppe vorgestellt.

Bei Jugendlichen nach Tumoroperationen ist nicht nur eine resektionsprothetische Versorgung notwendig, in vielen Fällen muß in der Wachstumsphase eine ergänzende kieferorthopädische Behandlung durchgeführt werden. Dabei erfolgt z. B. die Ausformung der Zahnbögen oder die Nachentwicklung der Kieferbasis. Durch die Zahnbewegungen während der kieferorthopädischen Behandlung ist keine sichere Fixierung der Resektions-prothesen zu erreichen. Durch den Einsatz des Ortho-Implantatsystems (Fa. Straumann) wollten wir überprüfen, ob sich dieses System für die implantatbasierte Kieferorthopädie auch für eine stabile Fixierung von Resektionsprothesen eignet. Beispielhaft werden anhand von klinischen Bildern die verschiedenen Schritte der kieferchirurgischen, implantologischen, kieferorthopädischen und resektionsprothetischen Behandlung dargestellt und Problemlösungen aufgezeigt.

Implantate bieten auch bei orthodontischen Korrekturen eine überzeugende Alternative, um eine maximale Verankerung zu erzielen. Durch die Insertion des Ortho-Implantates (Fa. Straumann) z. B. im Gaumenbereich wird es möglich den Zahnbogen kieferorthopädisch auszuformen und zusätzlich die resektionsprothetische Versorgung sicher zu fixieren.

Bei der komplexen Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen nach Tumoroperationen ist eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit aller an der Therapie beteiligten Fachdisziplinen von besonderer Bedeutung. Dabei ist eine genaue Abstimmung der einzelnen Therapieschritte und vor allem des zeitlichen Ablaufes notwendig, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Korrespondenzadresse:
Dr. Horst-Uwe Klapper
Universität Leipzig
Zentrum für ZMK
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde
Nürnberger Str. 57
04013 Leipzig


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