H. Stemmann (Hamburg) und G. Völke (Wilhelmshaven):

Technische Aspekte im klinischen Einsatz von Magneten in der Kiefer- und Gesichtsprothetik

Problemstellung/Ziel:
Magnete haben sich als gebräuchliche Verankerungselemente insbesondere für Epithesen und Defektprothesen aber auch in der Geroprothetik etabliert. Zunehmend stellt sich daher die Frage, wie sich die Magnete bei bestimmten medizinischen Anwendungen wie MRT oder Herzschrittmacher verhalten. Zudem stellt sich bei Magneten immer die Frage nach der Korrosionsbeständigkeit und Verschleißfestigkeit. Mit diesem Referat werden aktuelle Untersuchungen zur Diskussion gestellt.

Material und Methode:
In den vergangenen zwei Jahren sind zahlreiche Untersuchungen und Überprüfungen an Magneten durchgeführt worden. Dieses Material wird im Rahmen einer Querschnittsstudie zusammengestellt und ausgewertet. Ergebnisse:

  1. Magnete im Kiefer- und Gesichtsbereich haben keine negative Auswirkungen auf Herzschrittmacher.
  2. Dagegen können Magnete im MRT entmagnetisiert werden. Zudem können Magnete Artefakte erzeugen, die die Auswertung der Bilder erheblich beeinträchtigen.
  3. Vollständig titangekapselte Magnete weisen keine korrosiven Eigenschaften auf. Dagegen korrodieren Magnete mit einer Stahlhülle oder ungeschützte Magnete nach gewisser Tragezeit bzw. im Korrosionstest.
  4. Konstruktive Merkmale führen zu einer hohen Verschleißfestigkeit der Titanhüllen.
Schlussfolgerungen:
  1. Herzschrittmacherpatienten können problemlos mit magnetgehaltenen Epithesen und Prothesen versorgt werden.
  2. Vor der MRT-Diagnostik sind Epithesen und Prothesen auszugliedern sowie die Implantatmagnete temporär gegen Abdeckkappen auszutauschen.
  3. Nur gasdicht titangekapselte Magnete sind für den Einsatz am und im Menschen zu verwenden.



Korrespondenzadresse:
Dipl.-Volksw. Hjalmar Stemmann
steco-system-technik GmbH & Co. KG
Kollausstr. 6
D - 22529 Hamburg


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