B. Reitemeier (Dresden), G. Notni (Jena), D. Fichtner (Dresden), M. Heinze (Jena), C. Schöne (Dresden), A. Schmidt (Dresden):

Optische Abformung extraoraler Defekte

Bisher werden für die Herstellung von Epithesen, Atemmasken und extraoralen Strahlenapplikatoren in der Zahnmedizin übliche Abformwerkstoffe wie z.B. Silikone / Alginate und Technologien (ein- oder zweizeitige Verfahren mit oder ohne Abformhilfen) benutzt. Dabei kommt es in Abhängigkeit vom Werkstoff, von der Methode und der Patientenlagerung zu Weichteilverschiebungen. Dies stellt eine Ursache für später auftretende Randspalten dar. Neuere Möglichkeiten orientieren auf CT- oder MRT-Daten. Dabei besteht eine erhebliche Strahlenbelastung für den Patienten.

Es wurde ein optisches Abformverfahren für extraorale Defekte und Körperbereiche entwickelt. Der gewünschte Teil des Körpers wird mittels optischer Dreikoordinatenmeßtechnik digitalisiert und ein umfangreicher Datensatz gewonnen. Dieser wird durch Glättung der Punktwolken für die weitere Nutzung aufbereitet. Es resultiert ein CAD-Modell, das mittels eines Rapid Prototyping Verfahrens in ein physisches umgesetzt wird. Direkt sind solche Modelle als Strahlenapplikator einsetzbar. Bei der Epithesenherstellung dienen sie als exakte Vorlage, die am Patienten einprobiert und korrigiert werden können. Anschließend erfolgt die Umsetzung in das Epithesenmaterial z.B. durch einen Epithetiker bzw. Zahntechniker.

Die neue Form der Abformtechnologie bietet verschiedene Vorteile. Beispielsweise wird eine abformbedingte Weichgewebeverlagerung bzw. eine Strahlenbelastung vermieden. Die v.a. psychische Belastung bei den bisher benutzten Verfahren entfällt ebenfalls. Mit Hilfe des neuen Verfahrens können die Herstellungszeiten reduziert werden.


Korrespondenzadresse:
Prof. Dr. B. Reitemeier
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Fetscherstr. 74
01307 Dresden
Startseite Kiefer-Gesichts-Prothetik

Weiter !

Zurück !