H.-U. Klapper, B. Frerich, A. Thriemer, A. Hemprich, T. Reiber (Leipzig):

Die Anwendung verschiedener Behandlungsstrategien bei der Versorgung von Patienten mit Defekten im Oberkiefer aus chirurgischer und prothetischer Sicht

1. Fragestellung
Bei der Resektion von Tumoren im Bereich des Oberkiefers entstehen ausgedehnten Defekthöhlen mit teils großflächigen Verbindungen zwischen Mund- und Nasenhöhle. Es resultieren vielfältige, gravierende Funktionseinschränkungen bei der Mastikation, Phonation oder Schluckfunktion. Die Rehabilitation dieser Patientengruppe kann hohe Anforderungen an das chirurgische rekonstruktive Vorgehen und die nachfolgende resektionsprothetische Versorgung stellen. Dabei sollte das komplexe Behandlungskonzept zwischen Mund-, Kiefer-Gesichtschirurgie und Chirurgischer Prothetik bereits vor Beginn der Therapie eng aufeinander abgestimmt werden.

2. Material und Methode
Im Vortrag wird die Planung und Vorgehensweise bei der Versorgung von Patienten mit Defekten im Bereich des Oberkiefers, der Nasen- und Nasennebenhöhlen dargestellt. Anhand von Fallbeispielen werden die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Behandlungsstrategien aus einem interdisziplinären Therapieansatz heraus dargestellt.

3. Ergebnisse
Für das rehabilitative Ergebnis nach Resektion des Oberkiefers ist bereits das Vorgehen bei der Erstoperation mitentscheidend. Abzuwägen ist im Behandlerteam die Entscheidung zwischen chirurgischer Rekonstruktion, dem Einsatz der Defektprothetik oder einer Kombination beider Verfahren. An den gewählten Beispielen kann gezeigt werden, dass in einer Mehrheit von Fällen sich eine geeignete Strategie zur Rehabilitation herauskristallisiert, wobei eine wesentliche Voraussetzung für den Behandlungserfolg ein breites therapeutisches Spektrum des behandelnden Zentrums darstellt. Faktoren für die Auswahl des geeigneten Rehabilitationskonzeptes sind beispielsweise die Defektkonfiguration (Zwischenkieferverluste sind defektprothetisch ungünstig und deshalb günstiger chirurgisch zu versorgen), Dignität des Tumors, R-Kategorie, Alter des Patienten, Op- und Narkosefähigkeit für längere Eingriffe und nicht zuletzt Compliance und Wunsch des Patienten nach entsprechender Aufklärung. Besonders bei Mitbeteilung der Orbita sind kombinierte chirurgische und defektprothetische Rehabilitationen mittel der Wahl.

4. Diskussion
Im Rahmen des Vortrages werden durch klinische Fallbeispiele verschiedene Möglichkeiten der Fixierung von Resektionsprothesen im Oberkiefer - auch unter Berücksichtigung einer plastischen Deckung oder der Versorgung mit einer Resektionsprothese und Obturator - diskutiert sowie Vor- und Nachteile dargestellt. Für eine bestmögliche Versorgung von Patienten mit Resektionen im Bereich des Oberkiefers ist eine enge interdisziplinäre Absprache zwischen Mund-, Kiefer-Gesichtschirurgie und Prothetik unumgänglich. Dabei können u.U. auftretende Probleme diskutiert und das Therapiekonzept besser auf die spezielle Patientensituation abgestimmt werden.

Korrespondenzadresse:
Dr. Horst-Uwe Klapper
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde (Direktor Prof. Dr. Th. Reiber)
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Leipzig
Nürnberger Str. 57
D- 04103 Leipzig
Tel: 0341-9721306 , Fax: 0341-9721309
E-mail: klapper@server3.medizin.uni-leipzig.de

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