M. Hinz (Jena):

Individuelle Versorgungen von Kiefer-Gesichts-Defekten unter dem Aspekt der Verankerung

Jeder Fall in der Defektprothetik und Epithetik muss individuell gelöst werden. Detaillierte Behandlungsstandards lassen sich praktisch nicht erstellen. Voraussetzung für den Therapieerfolg sind ärztliche und technische Erfahrung und Teamarbeit, die durch moderne Kommunikationsmöglichkeiten erleichtert wird. Im Sinne dieses nützlichen und gebotenen Erfahrungsaustauschs werden sechs Patientenversorgungen vorgestellt:

1. Plattenepithelkarzinom im Oberkiefer
Nach Tumoroperation keine prothetisch nutzbaren knöchernen Strukturen vorhanden. Insertion von individuell gefrästen Zygoma Implantaten aus Titan mit integrierten Branemark Implantaten. Defektprothese über Steco Konusmagnete verankert.

2. Oberkieferdefekt nach operativer Entfernung eines adenoidzystischen Karzinoms
Verankerung der Defektprothese über implantatgetragenen Steg und über ein Teleskop auf dem natürlichen Zahn.

3. Versorgung eines Oberkieferdefektes unter Einbeziehung aller Restzähne mit Defektprothese die über Galvanoteleskope verankert ist
Lasergeschweißter Hohlobturator aus Titan.

4. Oberkieferdefekt nach wiederholter Tumorresektion, Bestrahlung und Chemotherapie
Die zwei noch vorhandenen devitalen Zähne sind zur Verankerung einer Defektprothese nicht ausreichend. Insertion von drei ITI Implantaten und Verankerung der Defektprothese über fünf Galvanoteleskope.

5. Ausgedehnter Defekt im rechten Oberkiefer (Kieferhöhle, Wange, rechte Nasenhälfte) nach Resektion eines Plattenepithelkarzinoms
Versorgung durch Modellgussprothese mit Acrylatobturator und Wangen- Nasen- Epithese aus Silikon.

6. Zustand nach Exenteratio Orbitae und nachfolgender Bestrahlung
Versorgung mit implantatverankerter, durch Steco Magnete fixierter Augenepithese.

Anhand der Falldarstellungen werden Konstruktion, Verankerungsmöglichkeiten, Erweiterungsfähigkeit, Werkstoffen, Werkstoffverbunden und Technologien bei der defektprothetischen und epithetischen Versorgung von Oberkieferdefekten diskutiert.


Korrespondenzadresse:
Dr. Monika Hinz
Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde
An der alten Post 4
D - 07740 Jena
Tel.: 03641-934 471 Fax: 03641-934 472

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