H. Stemmann (Hamburg):

Computergestützte Implantatplanung in der craniofacialen Rehabilitation



Einleitung und Problemstellung
Defekte im Kiefer- und Gesichtsbereich werden häufig mit Epithesen und Defektprothesen versorgt. Die Verankerung der Epithesen hat eine zentrale Bedeutung in der chirurgischen Prothetik und Epithetik. Zunehmend werden dafür Implantate und geeignete Attachments, überwiegend Magnete, eingesetzt.
Ausgangssituationen für Epithesen sind überwiegend angeborene Missbildungen oder Tumoroperationen. Dadurch steht nicht immer ein ausreichendes Knochenangebot für das Einbringen von Implantaten zur Verfügung. Die Entwicklung von Platten- und Gitterimplantaten ist der Versuch, eine defektferne Knochenverankerung vorzunehmen und dennoch das Halteelement defektnah zu nutzen. Die normale Röntgendiagnostik gibt häufig nicht genügend Aufschluss über das notwendige Knochenangebot. CT-Aufnahmen bieten einen höheren Informationsgehalt, bilden die komplexen Situationen aber nur zweidimensional ab.

Methode
Moderne computergestützte Implantatplanung hat sich in der dentalen Implantologie bewährt. Als Ausgang dienen hier CT-Daten, die in speziellen Computerprogrammen weiter verarbeitet werden. Dabei wird eine dreidimensionale Betrachtung genauso geboten wie die zweidimensionale Schnitt- und Panoramaschichten. Abgestimmte Implantatbibliotheken, Werkzeuge für Strecken- und Winkelmessungen und andere Dinge mehr sind heute Standard.
Diese Programme können auch zur Planung von Defektversorgungen genutzt werden. Durch den Einsatz von Planungsschablonen mit Titaneinzelhülsen werden mögliche Implantatposition auch bei ungünstigen Knochenverhältnissen lokalisiert. Bohrschablonen mit Titan-Doppelhülsen bringen eine sichere Orientierung bei der Implantatinsertion.
Eine neue Erweiterung bringt die Software SimPlant (Materialise, Belgien). Die Daten aus diesem Programm können zur einfachen Anfertigung eines stereolithografischen Modells des Schädels genutzt werden. Damit kann die Planung komplexer Rekonstruktionen auf Basis exakter Ausgangsdaten erfolgen.

Zusammenfassung
Die computergestützte Planung erleichtert die Versorgung mit Implantaten bei Defekten, deren Epithesen oder Prothesen bisher nicht implantatgestützt verankert werden konnten. Damit kann das Einsatzspektrum ausgedehnt werden, unbequemere aber bisher notwendige Verankerungsmöglichkeiten verlieren an Bedeutung.
Im Vortrag wird die Anwendung von SimPlant im craniofazialen Bereich demonstriert.


Korrespondenzadresse:
Dipl.-Volksw. Hjalmar Stemmann
steco-system-technik GmbH & Co. KG
Kollausstr. 6
D - 22529 Hamburg

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