R. Diek, M. Gente und K. H. Austermann:

Erfahrungen mit implantatgetragenen Stegkonstruktionen nach tumortherapeutischer Rehabilitation

Die Entfernung ausgedehnter Mundhöhlentumore im Bereich des Unterkiefers stellt einen schwerwiegenden Eingriff dar. Nach der Resektion resultieren schwierige Voraussetzungen für die orale Rehabilitation mit konventionellem Zahnersatz. Deswegen wird inzwischen der Unterkieferzahnersatz dieser Patienten in der Regel über Implantate verankert. Probleme, die sich bei der Implantation bei tumorbedingten Defekten im Unterkiefer ergeben, sind das Restknochenangebot, Art und Qualität des vorhandenen Knochens sowie die biologischen Wechselwirkungen vom Knochen, Implantat und tumortherapeutischer Bestrahlung. Im Vortrag soll anhand der von uns bisher mit implantatgetragenen Stegkonstruktionen versorgten Tumorpatienten dargestellt werden, welche Erfahrungen mit dieser Therapie gemacht wurden. In dieser Untersuchung wurden alle Patienten des MZ für ZMK in Marburg erfasst, die im Zeitraum von Juni 1994 bis Juli 2004 in der Folge von Tumorresektionen mit enossalen Implantaten versorgt wurden. Insgesamt wurden bei 3 weiblichen und 20 männlichen Patienten 115 Brånemark-Implantate inseriert.

Vierzehn der Patienten wurden vor der Implantation bestrahlt. Alle Implantate wurden im Unterkiefer, teilweise im ortsständigen und teilweise im transplantierten Knochen, inseriert. Von den 115 Implantaten heilten zwei nicht ein und wurden bei der Freilegung entfernt, alle weiteren konnten erfolgreich prothetisch versorgt werden.

Alle Implantate wurden mit einem individuell gefrästen Steg und einer herausnehmbaren ausschließlich implantatgetragenen Sekundärkonstruktion im perioprothetischem Design versorgt. Bei vier Patienten wurde diese Art der Versorgung mit Marburger Doppelkronen auf natürlichen Zähnen kombiniert. In dem Beobachtungszeitraum von durchschnittlich 27 Monaten in dieser Patientengruppe, der wegen der Grunderkrankung relativ kurz ist, ging nach der prothetischen Versorgung kein Implantat verloren.

Der initiale Erfolg dieser Therapieform gibt uns Anlass dazu, Versorgungen mit implantatgetragenen Stegkonstruktionen mit konsequenter Freihaltung des periimplantären Gewebes und guter Zugänglichkeit für eine optimale Mundhygiene in dieser Patientengruppe weiter zu verfolgen.

Korrespondenzadresse:
Dr. René Pascal Diek
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten
Abteilung für Zahnärztliche Propädeutik und Kiefer-Gesichts-Prothetik
Georg-Voigt-Str.3
35033 Marburg/Lahn
Tel.: 06421-2866423



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