G.Gehl, S.Schmid, S.Stöckli, K.W.Grätz (Zürich):

Fortschritte in der Craniofacialen Implantatprothetik

In der cranio-maxillo-facialen Implantologie gab es während der letzten zehn Jahre innovative Veränderungen, die in der Auseinandersetzung mit neuem Implantatdesign chirurgische Dogmen und prothetische Regeln verworfen haben. Wer auf der Basis umfangreicher klinischer Erfahrungen Neuerungen und Modifikationen vorgestellt hat, die damals wissenschaftlich noch angezweifelt wurden, steht heute mit diesen Leistungen in der intra- und extraoralen Implantologie auf der mittlerweile gemeinsamen gültigen Ebene des state of the art. War es ehemals noch üblich, nach der Ausräumung eines Tumors im Mittelgesicht die Osseointegration der Implantatanker 3 bis 6 Monate abzuwarten, bis in der zweiten Operation die Pfosten gesetzt wurden, so gibt es bei der extraoralen Implantatprothetik mittlerweile erfolgreiche Methoden, diese Wartezeit auf wenige Tage zu reduzieren.

Sicher ist es für die Patienten aus psychosozialen Gründen sinnvoll, eine definitive Versorgung so früh wie möglich vorzunehmen. Deshalb haben wir eine einzeitige Methode entwickelt, um die Wartezeit zu verringern: sofort nach der Tumorresektion wird eine 3-D-Gitterplatte auf der einen Seite am Knochen verschraubt. Die andere Seite der Gitterplatte perforiert die Haut. Hier werden Minimagnete als Fixierungselemente eingeschraubt. Diese dienen als Verankerung einer Gesichtsepithese. Danach kann die Anpassung der Epithese im Sinne einer Immediatversorgung vorgenommen werden, da sich die Topografie des Weichgewebes nur noch wenig verändert. Mittlerweile kann nach vier Jahren Erfahrung mit kurzfristigen Implantatversorgungen in der extraoralen Prothetik festgestellt werden, dass keine periimplantäre Entzündung oder andere Probleme im Bereich der Durchtrittsstelle des Gitterimplantates beobachtet wurden. Unser Konzept reduziert die Wartezeit für die definitive implantatprothetische Versorgung im Gesichtsbereich von bisher einigen Monaten auf wenige Tage.



Bilder:
Links: Retentionsplatte für Orbitaepithese mit zwei Knochenschrauben fixiert
Rechts: Zwei Minimagnete zur Verankerung der Epithese auf Rententionsplatte geschraubt



Korrespondenzadresse seit 1.1.2008:
Dr. Gerolf Gehl, Praxisgemeinschaft Zentrum Felsenburg
Thundorferstrasse 4
CH-8500 Frauenfeld
Tel +41 (0)52 723 24 25 | Fax +41 (0)52 723 24 20

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