Gente, M.:

Die Bedeutung von Implantaten bei der prothetischen Versorgung des Patienten mit Kieferdefekt

Der Patient, der infolge einer Fehlbildung, eines Traumas oder Tumors nicht nur Zähne, sondern auch Teile des Kiefers verloren hat, ist auf eine spezielle prothetische Versorgung angewiesen. Ein besonderes Problem stellt dabei eine stabile Verankerung und Abstützung des Zahnersatzes dar, da nicht nur Zähne, sondern auch die zahntragende Gewebe fehlen und prothetisch ersetzt werden müssen. Diese Prothesen sind somit nicht nur Zahnersatz, sondern auch Kieferersatz. Hinzu kommt, dass die Topographie der Restbezahnung häufig ungünstig ist und eine zirkuläre Abstützung des Zahnersatzes nur selten zulässt. Die Verankerung von Zahnersatz mittels enossaler Implantate hat eine erfolgreiche prothetische Therapie in vielen Fällen erst ermöglicht, z.B. wenn nach der Resektion von Karzinomen des Mundbodens im Unterkiefer kein belastbarer Kieferkamm mehr vorhanden ist. Bei der prothetischen Versorgung von Defekten im Oberkiefer kann durch Implantate die Belastung der Restbezahnung reduziert und die Abstützung und Lagestabilität der Defektprothese entscheidend verbessert werden. Der Einsatz von Implantaten stellt somit einerseits zwar eine Bereicherung der Therapie dar, die eine erfolgreiche prothetische Versorgung schwieriger Fälle erst ermöglicht. Andererseits ist durch lagestabilen Zahnersatz nicht jedes funktionelle Problem (Einschränkung der Mundöffnung, Sensibilitätsverluste, reduzierte Motorik, Xerostomie) gelöst, worüber der Patient vor Beginn der Therapie aufgeklärt werden muss.

Korrespondenzadresse:
Prof. Dr. M. Gente
Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Abt. für Zahnersatzkunde / Bereich Propädeutik und Kiefer-Gesichts-Prothetik
Georg-Voigt-Str. 3
35033 Marburg/Lahn
Tel.: 06421-2866423 Fax:06421-2867033



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