S. Linsen, U. Schmidt-Beer, M. Martini, B. Koeck:

Klinische Evaluation von Implantaten bei Tumorpatienten

Einleitung:
Ziel dieser Studie war es den Langzeiterfolg von Implantaten bei Patienten nach operativer Entfernung von Tumoren im Kiefer- Gesichtsbereich und/oder Strahlentherapie zu analysieren.

Material und Methode:
Im Zeitraum von 1997 bis 2006 wurden bei 48 Patienten insgesamt 188 Implantate davon 30 Implantate im Ober- und 158 Implantate im Unterkiefer inseriert.
Bei 21 Patienten (84 Implantate) wurde eine Strahlentherapie mit einer Dosis von 30 Gy bis 60 Gy durchgeführt. 147 Implantate wurden in ortständigen und 41 Implantate in transplantierten Knochen inseriert.
Als prothetische Versorgung wurden 12 festsitzende Brücken und 35 herausnehmbare Arbeiten (24 steg-, 6 teleskop- und 5 knopfverankert) eingegliedert. 41 dieser Versorgungen waren rein implantatgetragen und 6 kombiniert (Implantate und natürliche Zähne).

Ergebnisse:
Bei 4 Patienten kam es zum Verlust von insgesamt 8 Implantaten. Alle Implantatverluste traten im Unterkiefer auf. 3 Implantate gingen während der Einheilphase nach Strahlentherapie und vor der prothetischer Versorgung respektive 5 Implantate infolge einer Nachresektion verloren.
Während des Beobachtungszeitraumes konnten bei rezidivfreien Patienten alle belasteten Implantate und prothetischen Versorgungen erhalten werden.

Zusammenfassung:
Die prothetische Belastung knöchern eingeheilter Implantate scheint bei Patienten nach operativer Entfernung von Tumoren im Kiefer- Gesichtsbereich und/oder Strahlentherapie nicht risikobehafteter zu sein als bei gesunden Patienten.

Korrespondenzadresse:
Dr. Sabine Linsen
ZZMK -Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Welschnonnenstraße 17
53111 Bonn
E-Mail: sabinelinsen@web.de


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