F. P. Nothdurft, W. J. Spitzer, P. R. Pospiech:

Implantatgetragene Versorgung eines ausgedehnten Resektionsdefektes der Maxilla - ein Fallbericht

Da aufgrund der Vielfalt der speziellen anatomischen Bedingungen von ausgedehnten Resektionsdefekten der Maxilla standardisierte Behandlungsprotokolle kaum dokumentiert sind, erfordert die Versorgung von betroffenen Patienten eine sehr individuelle, an die Defektsituation und die Bedürfnisse der Patienten angepasste Therapieplanung. Der vorgestellte Fall zeigt die Planung und Umsetzung der Neuversorgung einer Maxilla mit ausgedehntem Defekt nach Tumorresektion und einer vorhandenen Obturatorprothese mit nicht erhaltungswürdigen Pfeilerzähnen. Da die anspruchsvolle Patientin nicht zufriedenstellend mit einer konventionellen Obturatorprothese versorgt werden konnte, sollte eine implantatgetragene Restauration eingegliedert werden.

Nach interdisziplinärer chirurgisch/prothetischer Vorplanung erfolgten stufenweise Extraktionen der Restbezahnung, Augmentation und Implantationen im Bereich des Defektes und des verbliebenen Alveolarfortsatzes, so wie eine schrittweise Umarbeitung der vorhandenen Prothese als Provisorium. Dieses Vorgehen führte zu einer relativ langen Behandlungsdauer, ermöglichte aber eine sicher verankerte und stabil gelagerte temporäre Versorgung zur Überbrückung der Einheilzeiten.

Die Retention und Abstützung der abschließend eingegliederten, definitiven Restauration wurde durch eine Stegkonstruktion auf vier Implantaten im Restalveolarfortsatz, sowie durch individuell gefertigte Halteelemente in Form von Kugelköpfen auf zwei primär verblockten Implantaten im Os zygomaticum gewährleistet.

Korrespondenzadresse:
Dr. Frank P. Nothdurft
Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde,
Universitätsklinikum des Saarlandes,
Campus Homburg, Geb. 71.2
66421 Homburg/Saar
Tel. 06841-162 49 01, Fax 06841-162 49 52
E-Mail: zmkfnot@uniklinikum-saarland.de



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