H. Klapper, I. Sterker, B. Frerich, T. Reiber:

Möglichkeiten und Grenzen bei der interdisziplinären Versorgung von Patienten mit Anophthalmus

1. Problemstellung:
Das anophthalmische Orbitasyndrom stellt bei Erwachsenden mit Tumorerkrankungen oder nach Traumata ein erhebliches ästhetisches Problem dar. Bei Kindern hingegen ist der angeborene Anophthalmus eine seltene Erkrankung, sie hat aber trotzdem schwerwiegende Folgen für die Kinder, da durch den fehlenden Wachstumsimpuls erhebliche Gesichtsasymmetrien entstehen. Der Rehabilitierung dieser Patienten kommt eine sehr hohe Bedeutung zu, hierbei kann bei Erwachsenen durch eine chirurgische Rekonstruktion in Kombination mit einer Augenprothese der ästhetische Defekt kaschiert werden. Bei Kindern hingegen ist es von entscheidender Bedeutung einem nur schwer therapierbaren Wachstumsdefizit mit Gesichtsasymmetrie entgegenzuwirken sowie eine prothesenfähige Orbita auszuformen.

2. Methodik:
Im vorliegenden Beitrag werden die im Rahmen der interdisziplinären Behandlung an der Universität Leipzig eingesetzten Therapievarianten vorgestellt, dabei wird besonderer Wert auf die Darstellung der Vor- und Nachteile gelegt. Bei der Versorgung von Erwachsenen erfolgt die Rekonstruktion der Augenhöhle mit einem Radialislappen mit dem Ziel der Reduzierung einer sekundären Transplantatschrumpfung und dem Aufbau einer prothesenfähigen Augenhöhle. Bei Kinder mit Anophthalmus kann durch die Eingliederung und regelmäßigen Vergrößerung von Expandern aus Kunststoff dem Wachstumsdefizit entgegengewirkt werden, gleichzeitig lässt sich eine prothesenfähige Orbitahöhle ausformen.

3. Ergebnisse:
Im Rahmen des Vortrages können die Ergebnisse aus unserer interdisziplinären Arbeitsgruppe vorgestellt werden. Bei Erwachsenen ist z.B. die Rekonstruktion der anophthalmischen Orbita mittels Radialislappen, mit anschließender Anfertigung einer Augenprothese ein effektives, interdisziplinär anspruchsvolles Verfahren zur ästhetischen Rehabilitation des Orbitabereiches. Die bisherigen Ergebnisse bei der Behandlung von Kindern zeigen, dass durch ein, in den ersten Lebenswochen einsetzendes, interdisziplinäres Behandlungskonzept mit Expandern sehr gute ästhetische Ergebnisse erreichbar sind.



Korrespondenzadresse:
OA Dr. Horst-Uwe Klapper
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde
ZZMK, Universitätsklinikum Leipzig AöR
Nürnberger Str. 57
04103 Leipzig

E-mail: Horst-Uwe.Klapper@medizin.uni-leipzig.de


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