H.J. Künzel, M. Gente, A. Schaudig, N. Lange (Marburg):

Interdisziplinäres Projekt zur Optimierung der Funktion von Defektprothesen

Auf der Tagung des Arbeitskreises im Mai 2007 wurde ein an der Universität Marburg in Angriff genommenes interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Optimierung der Sprechfunktion von Defektprothesen angekündigt. Dabei wird davon ausgegangen, dass mit phonetischen Verfahren insbesondere die lautsprachliche Funktion einer Defektprothese exakt, d.h. objektiv und quantitativ zu erfassen ist. Dazu kommen sowohl akustische als auch in besonderem Maße aerodynamische (pneumotachographische) Verfahren zum Einsatz. Durch getrennte simultane Registrierung der oralen und nasalen Luftstromraten und Luftdrücke (flow & pressure) sowie des Schalldruckverlaufs als Funktion der Zeit kann die Abweichung vom Normalzustand quantifiziert werden. Hierzu dienen Referenzwerte der entsprechenden Parameter einer altersmäßig ausbalancierten Kontrollgruppe gesunder Probanden bei der Artikulation isolierter Sprachlaute sowie kontinuierlicher, natürlicher Sprache (Testsätze). Die aerodynamischen Befunde bei den Defektpatienten erlauben darüber hinaus die Lokalisierung etwaiger Defekte (d.h. transnasaler Luft-Leckagen) und geben damit dem Prothetiker einen exakten Hinweis für die gezielte Modifizierung der Prothese. Alsdann wird die phonetische Diagnostik wiederholt, um den Erfolg der Prothesenmodifizierung zu quantifizieren. Im Idealfalle lassen sich am Ende des Behandlungszyklus keine transnasalen Luftverluste bei den oralen Sprachlauten mehr nachweisen. In dem Vortrag werden erste Ergebnisse präsentiert.

Korrespondenzadresse:
Prof. Dr. Hermann J. Künzel
FB 09 IGS Fach Phonetik
Wilhelm-Röpke-Straße 6A, Raum 812
35039 Marburg/Lahn
E-mail: kuenzelh@staff.uni-marburg.de



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