H.-U. Klapper, H.-L. Graf, H. Teschner,Th. Reiber, A. Hemprich (Leipzig):

Die Versorgung von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten mit ZL-Duraplant-Implantaten am Universitätsklinikum Leipzig AöR - Ergebnisse einer retrospektiven Untersuchung -

1. Einleitung / Problemstellung
Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten stellen angeborene Fehlbildungen dar. Durch die Spaltbildung des Kiefers im Bereich des seitlichen Schneidezahnes können diese, aber auch die benachbarten Zähne fehlen oder müssen entfernt werden, da sie nicht erhaltungswürdig sind. Dadurch entstehen für die Patienten vielfältige funktionelle aber auch ästhetische Beeinträchtigungen. Für die komplexe Versorgung dieser Patienten ist deshalb ein interdisziplinäres Behandlungskonzept notwendig. Nach Abschluss des Wachstums sowie der chirurgischen Behandlungen und der nachfolgenden kieferorthopädische Ausformung der Zahnbögen besteht für viele Patienten die Indikation für den Einsatz einer implantatgetragenen prothetischen Versorgung im Spaltbereich. Durch die Insertion von Implantaten eröffnet sich die Möglichkeit den Patienten eine festsitzende Versorgung einzugliedern, gleichzeitig kann ein Verlust von Zahnhartsubstanz durch die Präparation der Nachbarzähne vermieden werden. Durch den implantatgetragenen Ersatz werden die Kaufunktion sowie die Ästhetik entscheidend verbessert. Dies führt zu einer deutlichen Erhöhung der Lebensqualität der Patienten.

2. Material und Methode
Von 122 Patienten mit Lippen-, Kiefer-Gaumen-Spalten mit Zustand nach tertiärer Kieferspaltosteoplastik wurden nach sorgfältiger Abwägung zwischen Indikation und Kontraindikation für eine Implantattherapie 49 Patienten mit ZL-Duraplant-Implantaten versorgt. Von diesen 49 Patienten erklärten sich 27 Patienten zu einer Nachuntersuchung bereit. Bei ihnen konnten insgesamt 56 Implantate nach durchschnittlich 45,9 Monaten nach der Implantation (12 bis 91 Monate) untersucht werden. Im Rahmen dieser retrospektiven Untersuchung wurden während der Nachkontrolle klinische und röntgenologische Parameter erfasst. Ziel der Untersuchung war die Bewertung der Therapiesicherheit von ZL-Duraplant-Implantaten im Kieferspaltbereich.

3. Ergebnisse
Im Gesamtbild der Ergebnisse zeigt sich, dass bei der Versorgung des Kieferspaltbereiches mit ZL-Duraplant-Implantaten eine vergleichbare Osseointegration erreicht und eine ähnliche periimplantäre Situation vorliegt, wie bei Implantation des gleichen Systems in den ortsständigen Knochen. Ergänzend wird im Rahmen des Vortrages über das interdisziplinäre Vorgehen bei der Versorgung von Patienten am ZZMK des Universitätsklinikums Leipzig berichtet.

Korrespondenzadresse:
OA Dr. Horst-Uwe Klapper
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde
ZZMK, Universitätsklinikum Leipzig AöR
Nürnberger Str. 57
04103 Leipzig

E-mail: Horst-Uwe.Klapper@medizin.uni-leipzig.de


Startseite Kiefer-Gesichts-Prothetik

Weiter !

Zurück !