H. Teschner, H.-U. Klapper, Th. Hierl, Th. Reiber, A. Hemprich (Leipzig):

Möglichkeiten der Versorgung von Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten mit Nasenoliven nach dem "Leipziger Konzept"

1. Einleitung / Problemstellung
Lippen-Kiefer-Gaumenspalten gehören zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen. Dabei kommt es zu gravierenden Veränderungen des gesamten knorpeligen Nasenskeletts. Insbesondere der mittlere Schenkel des Flügelknorpels erfährt eine Entwicklungshemmung, die auch durch funktionell angelegte Operationsmethoden nicht vollständig auszugleichen sind. Die muskelrekonstruierenden Operationsverfahren nach Delaire führen zu sehr guten Ergebnissen bei der Wiederherstellung der Oberlippe, das Problem der vollständigen Rehabilitation der Nase beim Spaltpatienten bleibt aber bestehen. In der Literatur finden sich Hinweise, dass der Einsatz von formenden Elementen (wie Nasenoliven) zu einer deutlich verbesserten Entwicklung des Nasenflügelknorpels führt. Da der größte Teil des Schädel- und Gesichtswachstums sich bereits innerhalb der erst zwei Lebensjahre abspielt, müssen solche Hilfsmittel zu einem möglichst frühen Zeitpunkt angewandt und kontinuierlich getragen werden.

2. Material und Methode
Nach dem "Leipziger Konzept" erfolgt der operative Lippenspaltverschluss mit Nasenbodenbildung und Aufrichtung der Nasenspitze im Alter von etwa 4 Monaten bei einseitiger und 5 bis 6 Monaten bei doppelseitiger Spalte. Durch die Narbenschrumpfung kann es während des weiteren Wachstums zu einer Abflachung des spaltseitigen Nasenlochs kommen. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken wird direkt nach dem operativen Lippenverschluss eine doppelseitige Nasenolive mit Steg gefertigt. Dazu erfolgt eine Abformung mittels Silikon, der dann in glasklaren Kunststoff umgesetzt wird. Die Nasenoliven sind hohl, so dass eine Nasenatmung weiterhin möglich ist. Wachstumsbedingt muss der korrekte der Sitz der Oliven aller 5 - 6 Wochen kontrolliert und gegebenenfalls durch eine direkte Anpassung mit glasklarem Kunststoff korrigiert werden.

3. Ergebnisse
Im Rahmen des Vortrages können die Ergebnisse aus unserer interdisziplinären Betreuung vorgestellt werden. Je nach Trageweise konnte bei unseren Patienten eine deutliche Entwicklung von der querovalen zur längsovalen Nasenlochform festgestellt werden. Die somit erzielte Verbesserung der Ästhetik trägt wesentlich zur sozialen Integration der Kinder bei. Weiterhin besteht die Möglichkeit die Anzahl zukünftiger ästhetischer Korrekturoperationen zu reduzieren.

Korrespondenzadresse:
ZA Hubertus Teschner
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde
ZZMK, Universitätsklinikum Leipzig AöR
Nürnberger Str. 57
04103 Leipzig

E-mail: Horst-Uwe.Klapper@medizin.uni-leipzig.de


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