P. Rehmann, H. Schaaf, Ph. Streckbein, H.P. Howaldt und B. Wöstmann:

Implantatprothetische Versorgungsmöglichkeiten bei chirurgisch komplexen Situationen im Unterkiefer


Ein entscheidender Grund für die Zunahme von Implantatversorgungen ist unter anderem der Fortschritt auf dem Gebiet der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie, durch den zunehmend auch größere Defekte überbrückt werden können. Dies ermöglicht den Einsatz enossaler Implantate auch bei extrem ungünstigen morphologischen Voraussetzungen.

Vor allem zur Versorgung tumorbedingter Knochendefekte des Unterkiefers steht auf dem Gebiet der mikrochirurgischen Knochentransplantation eine Erfahrung von mittlerweile drei Jahrzehnten zur Verfügung. Dabei haben sich in den letzten Jahren für die Wiederherstellung längerer Strecken von Unterkieferanteilen bis zum Ersatz eines gesamten Unterkiefers insbesondere Fibulatransplantate bewährt, die bis zu einer Länge von 25 cm gewonnen werden können und an der A. und V. fibularis gestielt sind. Diese vorwiegend aus Kompakta bestehenden Transplantate erlauben die Wiederherstellung einer ausreichenden Unterkieferhöhe von ca. 2 cm und sind auch für die Aufnahme osseointegrierter Implantate bestens geeignet (Abb. 1 und 2). Fibulatransplantate ermöglichen einerseits eine direkte Implantatinsertion mit eventueller sofortiger provisorischer Versorgung oder andererseits eine sekundäre Implantatinsertion nach dem Einheilen der Knochentransplantate.

Die Möglichkeiten der kiefer-gesichts-prothetischen Versorgungen von Fibulatransplantaten werden in einigen klinischen Fallberichten dargestellt.


Abb.1: Unterkiefer-Rekonstruktion mit Fibulatransplantaten


Abb.2: Zustand nach Implantation


Korrespondenzadresse:
OA Dr. Peter Rehmann
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Zentrum für ZMK
Justus-Liebig Universität Gießen
Schlangenzahl 14
D-35392 Giessen E-Mail: Peter.Rehmann@dentist.med.uni-giessen.de



Startseite Kiefer-Gesichts-Prothetik

Weiter !

Zurück !