A. Schaudig und M.Gente:

Der Einsatz von Marburger Doppelkronen auf Zähnen und Implantaten zur Lagerung von Unterkieferresektionsprothesen

1. Einleitung / Problemstellung Zahnärztliche Implantate haben in vielen Fällen die Versorgung von Patienten mit Unterkieferdefekt die Versorgung mit funktionstüchtigem Zahnersatz erst ermöglicht. Dabei gibt für die Suprakonstruktion eine Vielzahl unterschiedlicher herausnehmbarer oder festsitzender Gestaltungsmöglichkeiten. Häufig muss die Resektionsprothese im Unterkiefer eine große vertikale Distanz aufbauen. Auch sind in vielen Fällen aus prothetischer Sicht nur ungünstigen Implantatpositionen realisierbar.

2. Versorgungskonzept
Teilprothesen, welche auf natürlichen Pfeilern über "Marburger Doppelkronen" verankert sind haben sich bei uns seit vielen Jahren bewährt. Die Verwendung einer CoCrMo- Legierung sowohl für die Primärkronen, als auch für das Sekundärgerüst, also einem Legierungstyp mit hoher Biokompatibilität und sehr guten mechanischen Eigenschaften, ermöglicht die Herstellung von herausnehmbarem Zahnersatz, der auch den Anforderungen, die an Unterkieferresektionsprothesen gestellt werden, gerecht wird. Es lag daher nahe, das bekannte Prinzip der Nutzung konfektionierter, individualisierbarer Implantataufbauten als Primärkrone auf die Anwendung der "Marburger Doppelkrone" übertragen. Die Voraussetzung dazu war ein konfektionierter Implantataufbau aus einer CoCrMo- Legierung, der durch subtraktive spanabhebende Bearbeitung in die Form einer Primärkrone umgeformt werden kann und direkt mit dem Implantat verschraubt wird.

3. Ergebnis
Das im Vortrag dargestellte Versorgungskonzept hat sich in unserer Sprechstunde sehr gut bei Patienten mit Unterkieferdefekt bewärt. Die Verwendung der CoCrMo-Legierung erlaubt bei schwierigen Kieferkamm- und Schleimhautverhältnissen in der Regel eine Freihaltung der periimplantären Gewebe (perio-prothetisches Design). Mit diesem Konzept kann eine hochwertige funktionsstabile Versorgung realisiert werden, deren Kosten durch eine Reduzierung der technischen Arbeitsschritte und der Zahl der benötigten Implantathilfsteile auf ein notwendiges Minimum reduziert sind.


Abb.1: Ansicht der Primärkronen in situ


Abb.2: Ansicht mit eingesetzten Prothesen




Korrespondenzadresse:
OA Dr. A. Schaudig
Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Abt. für Orofaziale Prothetik und Funktionslehre
Georg-Voigt-Str. 3
35033 Marburg/Lahn
E-mail: schaudig@staff.uni-marburg.de
Tel.: 06421-2866423 Fax:06421-2867033


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