P. Rehmann, S. Schierz und B. Wöstmann:
Poliklinik f. Zahnärztl. Prothetik, Gießen


Teleskopverankerte Obturatorversorgung von Patienten mit Maxillateilresektion und Restbezahnung


Die Radikalität der Resektionen bei Tumorpatienten hat aufgrund verbesserter Narkose- und Operationstechniken mittlerweile ein solches Ausmaß erreicht, dass die chirurgische Schließung der Defekte nicht in jedem Fall mehr möglich ist.

Hinzu kommt, dass ein ausschließlich chirurgischer Defektverschluss ohne Berücksichtigung prothetischer Belange zwar die Integrität der Mundhöhle wiederherstellen kann, aber die zahnärztlich-prothetische Versorgung des Patienten mitunter sogar erschwert. Des Weiteren sind plastisch-chirurgische Rekonstruktionen in einigen Fällen auch deswegen nicht indiziert, weil die Operationshöhle aufgrund der Rezidivgefahr zur Kontrolle über einen längeren Zeitraum offen gehalten werden muss. Selbst nach Ablauf der Kontrollzeit von 5 Jahren stehen vor allem ältere Patienten weiteren operativen Eingriffen oft ablehnend gegenüber. Auch besitzt die chirurgische Rekonstruktion einen definitiven Charakter, während die prothetischen Maßnahmen variabel sind. Die im Resektionsbereich als Folge des primären Eingriffes unvermeidlichen Kontrakturen, Konsistenz- und Ausdehnungsveränderungen lassen sich besser durch eine Prothese kompensieren, da diese den Vorteil einer kontinuierlichen Anpassungsmöglichkeit besitzt [Rasche 1993].

Im Bereich des Oberkiefers hat dabei der künstliche Ausgleich von Defekten das Ziel, sowohl Mund- und Nasenhöhle hermetisch voneinander zu trennen, wie auch die für den Schluckakt und die normale Phonation erforderliche Abdichtung zu bewerkstelligen. Ist nach einer Maxillateilresektion im verbliebenen Kieferanteil noch eine Restbezahnung vorhanden, kann diese dann zur Verankerung einer Obturatorprothese herangezogen werden. Dabei basieren die Konzepte zur prothetischen Rehabilitation auf Techniken und Methoden, die der herkömmlichen Prothetik entliehen sind.

In der Präsentation soll beispielhaft die prothetische Rehabilitation mit Hilfe einer teleskopverankerten Oberkiefer-Obturatorprothese (Abb.1 und 2) an einem Patientenfall geschildert werden.


Abb.1: Zustand nach Maxillteilresektion und Versorgung mit Teleskopkronen


Abb.2: Obturatorprothese, teleskopverankert


Korrespondenzadresse:
OA Dr. Peter Rehmann
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Zentrum für ZMK
Justus-Liebig Universität Gießen
Schlangenzahl 14
D-35392 Giessen E-Mail: Peter.Rehmann@dentist.med.uni-giessen.de



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