P. Rehmann1, K.-P. Zimmer2, B. Wöstmann1:
1Poliklinik f. Zahnärztl. Prothetik, Gießen
2Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie, Marburg


Die Verwendung von Standardmagensonden in Verbindung mit individuellen Nasenoliven bei der enteralen Ernährungstherapie von Kindern mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED)


Bei der Therapie der CED im Kindesalter spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. Die chronische Malnutrition über Jahre gilt als eine der Hauptursachen für Minderwuchs und verzögerte Pubertät, wie sie z.B. bei Morbus Crohn oft zu verzeichnen sind. Die Kalorienzufuhr in einer Höhe von 140-180% des altersbezogenen Tagesbedarfs ist entscheidender als die Darreichungsform der Nahrung. Dazu gibt es unter anderem die Möglichkeit einer permanenten Magensonde mit Nasenolive zur nächtlichen Sondierung mit Nahrungspumpe [Keller 2004].
Da das Tragen einer Magensonde im Gesicht aus kosmetischen Gründen von Jugendlichen kaum akzeptiert wird, dient eine individuelle Nasenolive der fast unsichtbaren Fixierung der transnasalen Sonde im Nasenloch; d.h. in der Ernährungspause kann die Sonde in der aus durchsichtigem Kunststoffmaterial bestehenden Olive im Nasenloch versteckt werden. Zur Herstellung der Nasenolive wird der entsprechende Nasenvorhof mittels eines Silikons abgeformt und danach im zahntechnischen Labor in Dentalkunststoff überführt. Dabei dient beim Abformungsvorgang ein Stück Sondenschlauch als Platzhalter für die Öffnung, in die der spätere eigentliche Sondenschlauch zurückgeschoben wird. Um die Sonde zu bestücken drückt man dann auf einen oder beide Nasenflügel, sodass die Nasenolive aus dem Nasenvorhof herausgleitet, zieht die Sonde einige Zentimeter heraus und verbindet sie mit dem Applikationssystem.
Da konfektionierte bzw. individualisierbare Systeme nicht zur Verfügung stehen, führte dies zu der aktuellen Vorgehensweise, bei der der Anschluss einer Standardsonde adaptiert wird. Dieses Procedere soll beispielhaft an einem Patientenfall in der Präsentation vorgestellt werden.


Abb.1: Das Bild zeigt das komplette Set für die Versorgung mit einer
Standardmagensonde und Nasenolive



Korrespondenzadresse:
OA Dr. Peter Rehmann
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Zentrum für ZMK
Justus-Liebig Universität Gießen
Schlangenzahl 14
D-35392 Giessen
E-Mail: Peter.Rehmann@dentist.med.uni-giessen.de



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