T. Zahn, Frankfurt:


Konuskronenverankerter Zahnersatz auf 4 Astra®-Implantaten im Unterkiefer nach tumorbedingter Unterkieferteilresektion - Ein Fallbericht -

Im Rahmen der zahnärztlich-prothetischen Rehabilitation von Patienten mit tumorbedingten Kiefer-Gesichtsdefekten hat sich die Verwendung enossaler Implantate zur Fixierung eines geeigneten Zahnersatzes seit vielen Jahren als adäquates Therapiemittel bewährt. Infolge der operationsbedingten Veränderungen der Anatomie der Mundhöhle lässt sich häufig nur so eine möglichst weitgehende Wiederherstellung von Phonetik, Kaufunktion und Ästhetik erreichen, wohingegen konventionelle Lösungen meist kein zufriedenstellendes Resultat liefern.

Speziell vor dem Hintergrund eines meist stark eingeschränkten Prothesenlagers, einer Einengung des Zungenraums und der Zungenmotilität, dem Vorhandensein von Narbenzügen und einer infolge von Mundtrockenheit empfindlichen Schleimhaut liegt häufig eine sehr ungünstige Ausgangssituation vor, die einer besonders sorgfältigen chirurgischen und prothetischen Planung bedarf.

Umfangreich voroperierte Fälle werden durch uns in der Regel herausnehmbar unter Verwendung von Konuskronen versorgt, da sich so eine maximale Hygienefähigkeit auch in einer bereits voroperierten, vernarbten Mundhöhle erreichen lässt. Dies hat vor dem Hintergrund der durch operative Eingriffe sowie ggf. adjuvanter Chemo- und/oder Strahlentherapie vorgeschädigten intraoralen Gewebe eine große Bedeutung.

Weiterhin kann so in der Regel ein besseres ästhetisches Resultat erzielt werden, insbesondere, da der prothetische Ersatz von Hart- und Weichgewebe einfach und effizient zu erreichen ist. Zudem ist die Erweiterbarkeit einer solchen Versorgung im Falle eines möglichen Misserfolges einfach gegeben.

Der vorliegende Fallbericht zeigt exemplarisch die zahnärztlich-prothetische Versorgung eines Patienten nach Unterkieferteilresektion mit einer doppelkronengestützen Prothese auf vier enossalen Implantaten. Aufgrund der durch die Schwenkung des Unterkiefers stark reduzierten vertikalen Kieferrelation fiel die Entscheidung, die im 3. Quadranten inserierten Implantate mit Gold-Primärkronen und galvanisch geformten Sekundärkronen zu versorgen. Letztlich konnte durch die gewählte Versorgung eine für die Situation geeignete Lösung gefunden und ein gutes funktionelles, phonetisches und ästhetisches Resultat erzielt werden.





Korrespondenzadresse:
Dr. Tugba Zahn
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Zentrum der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Johann Wolfgang Goethe-Universität
Theodor-Stern-Kai 7, Haus 29
60590 Frankfurt am Main

E-mail: tugba.erim@med.uni-frankfurt.de


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