M. Klein, T. Lüth, A. Hein, Jochen Albrecht, F. Hölzle und J. Bier:

Robotergesteuerte Implantation von kraniofazialen Implantaten

Die Rehabilitation der ausgeprägten Ohrmißbildung mit einer implantatverankerten Silikonepithese ist eine Alternative zur aufwendigen operativen Rekonstruktion. Während früher die Stegfixierung verwendet wurde, kann heute eine Ohrepithese über drei implantatfixierte Magnete (ein Teleskopmagnet, zwei sphärische Magnete - Steco-system-technik) sicher gehalten werden. Der Halt der Epithese über Magnete bietet einige Vorteile gegenüber der Stegfixierung. Eine sehr sichere Befestigung der Ohrepithese mit Magneten ist auch über zwei exakt parallel ausgerichtet Teleskopmagnete (Steco-system-technik) möglich. Allerdings gelingt die parallele Ausrichtung der Implantate Freihand nicht. Neben dieser geometrischen Ausrichtung muß auch die Knochendicke bei der Implantatoperation berücksichtigt werden, um Verletzungen der Dura oder der Mastoidzellen zu vermeiden. Um eine achsenparallele Ausrichtung zu erzielen und die Implantate sicher in einem Areal mit genügend Knochen zu setzen, wurde ein zugelassener navigierter Medizinroboter eingesetzt. Diese Technik wurde bei bisher fünf Patienten angewendet. Der prinzipielle Ablauf ist wie folgt: Präoperativ wird bei den Patienten eine Computertomographie durchgeführt. Dieser Datensatz wird benutzt, um in einer Software die Implantatpositionen nach ästhetischen Gesichtspunkten und nach dem vorhandenen Knochenangebot festzulegen. Eingegeben in die Robotersteuerung zeigt der Roboter dem Chirurgen exakt die vorgeplanten Positionen und hält die Bohrmaschine. Der Roboter führt die Operation nicht automatisch durch, sondern er bewegt sich nur, wenn der Chirurg Kräfte appliziert. Durch die Kenntnis der genauen Implantatpositionen ist die Herstellung der Ohrepithese schon präoperativ möglich. Zusätzlich können über ein CAD/CAM - Verfahren die CT-Daten des gesunden Ohres benutzt werden, um ein exaktes Spiegelbild herzustellen. Die Arbeit des Anaplastologen wird erleichtert und so der Rehabilitationszeitraum für den Patienten verkürzt. Das gezeigte Verfahren ist geeignet zur Insertion von kraniofazialen Implantaten zum Halt von Ohrepithesen und erhöht die Qualität und Sicherheit der epithetischen Versorgung.

Autorenadressen:
Dr. Dr. Martin Klein, Dr. Dr. Frank Hölzle und Prof. Dr. Dr. Jürgen Bier
Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Charité
Campus Virchow - Klinikum
Medizinische Fakultät der Humboldt - Universität zu Berlin
Augustenburger Platz 1
D - 13353 Berlin

Prof. Dr. Tim Lüth, Dr. Andreas Hein und Jochen Albrecht
Fachgebiet Navigation und Robotik, Charité
Campus Virchow - Klinikum
Medizinische Fakultät der Humboldt - Universität zu Berlin
Augustenburger Platz 1
D - 13353 Berlin


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