U. Gertler und H. Terheyden:

Plattenfrühbehandlung mit "Vertexplatten" bei Gaumenspaltpatienten

Einleitung:
Die Plattenfrühbehandlung bei durchgehenden Lippen-Kiefer-Gaumenspalten verfolgt zwei Ziele: Die Unterstützung der Trinkfähigkeit durch Abdichtung zwischen Mund und Nase sowie Schaffung eines Widerlagers für die Zunge und zweitens, im Sinne einer kieferorthopädischen Behandlung, die gerichtete Steuerung des Wachstums der Kieferfortsätze.

Zielsetzung:
In diesem Vortrag möchten wir die Herstellung und Behandlungserfolge mit "Vertexplatten" bei Gaumenspaltpatienten schildern.

Material und Methode:
Von 1989 bis 1999 wurden in unserer Klinik in 164 Fällen mit 687 Plattenfrühbehandlungen bei Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten durchgeführt. Die Platten werden aus Vertex soft NF im Heißpolymerisationsverfahren in Küvettentechnik hergestellt. Die Küvetten werden unter Druck in kaltes Wasser verbracht und hiernach auf 70 C erwärmt. Diese Temperatur wird 3 Stunden gehalten. Danach erfolgt ein Temperaturanstieg auf 100 C, der weitere 30 Minuten gehalten wird. Sodann läßt man die Küvetten auf Zimmertemperatur abkühlen.

Resultate und Diskussion:
Bei den noch sehr empfindlichen Gaumenverhältnissen der Säuglinge treten kaum Komplikationen, wie z.B. Druckstellen, auf. Besonders im weichen Gaumenbereich bei der biberschwanzförmigen Ausladung der Trinkplatte, speziell in deren Randbereich, kommt es zu keinerlei Problemen. Die gute Rückstellungsträgheit sei hier besonders erwähnt. Bei einem Schluckvorgang wirkt die biberschwanzförmige Ausladung wie ein Gegenlager. Selbst feinste Einebnungen von Unebenheiten sind durch ganz normale, am besten kreuzverzahnte Fräser möglich, ohne daß Ausfransungen im Material im nachhinein umständlich geglättet werden müßten. Vertex soft NF weist als temporäres, weichbleibendes Versorgungsmaterial bei Spaltpatienten in der Plattenfrühbehandlung gute Behandlungserfolge auf. Hohe Elastizität im Temperaturbereich um 35 C erlaubt unkomplizierten Tragekomfort und Funktionalität. Geringe Elastizität im Temperaturbereich um ca. 15 C erlaubt eine gute spanabtragende Bearbeitung.

Autorenadressen:
Zahntechniker Udo Gertler und Priv. Doz. Dr. Dr. Hendrik Terheyden
Klinik für Mund- Kiefer- und Gesichtschirugie
der Christian-Albrechts-Universität Kiel
Arnold-Heller-Str. 16
D - 24105 Kiel


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