B. Reitemeier, G. Müller, D. Bracke und D. Herenz:

Experimentelle Untersuchungen des Epithesenmaterials Epicryl

Ziel dieser experimentellen Untersuchung war die werkstoffkundliche Charakterisierung des PMMA-Epithesenmaterials Epicryl. Besonders war die innere Struktur (v.a. der Porengehalt) und die Keimbesiedlung bei diesem Werkstoff zu untersuchen.

Zur üblichen Charakterisierung wurden die Werkstoffparameter Dichte, Masse- und lineares Extensionsverhalten bei Lagerung in flüssigen Medien, die Oberflächenmikromorphologie und die Farbkonstanz geprüft. Von besonderer Bedeutung ist bei dieser Werkstoffgruppe die innere Struktur (der Porengehalt). Dazu wurde in Relation die Keimbesiedlung (Enterococcus faecalis, Serratia marcescens) ermittelt.

Der Porengehalt wurde zerstörungsfrei mittels Ultraschall geprüft (Sonoscan 600). Die Darstellungen wurden mittels Farbanalyse und Messprogramm (LEICA QWIN) ausgewertet. Die Keimbesiedlung wurde in Analogie zu Naumann durchgeführt. An dieser Stelle sollen nur die Ergebnisse für den Porengehalt und die Keimbesiedlung hervorgehoben werden. Die Anzahl der Poren in Epicryl-cold ist signifikant höher gegenüber Epicryl-hot. Bis zu 10 % der untersuchten Flächen werden bei dem kalthärtenden Material als Poren beobachtet. Dies zeigte aber keinen Einfluss auf die Keimbesiedlung. Bei der Kontrolle bis 31 Tagen nach dem Beimpfen sind die 1 mm dicken Probekörper nur im Einzelfall beim Heißhärtenden Werkstoffvertreter besiedelt. Es zeigten sich keine Unterschiede für die eigenbeweglichen und die nichteigenbeweglichen Keime.

Autorenadressen:
Prof. Dr. Bernd Reitemeier, Dr. Gabriele Müller,
ZA Detlef Bracke und Dipl.-Ing. Dietmar Herenz
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Universitätsklinikum Dresden
Fetscherstr. 74, D - 01307 Dresden


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