A. Schmidt, B. Reitemeier, D. Lesche und G. Richter:

Werkstoffkundliche Eigenschaften von Epithesenwerkstoffen nach Oberflächenbeschichtung

Ziel der vorliegenden In-vitro-Studie war die Evaluierung des Einflusses der Oberflächenbeschichtung auf die Farbstabilität und Keimbesiedlung von Epithesenwerkstoffen. Vier Materialien unterschiedlicher chemischer Struktur und deren vom Hersteller empfohlenen Beschichtungslacke wurden in die Untersuchungen einbezogen. Der Einfluß der Oberflächenversieglung auf die Farbstabilität wurde im Anschluß an eine 36-stündige Bestrahlung im Schnellbelichtungsgerät SUNTEST mit dem Spektrophotometer GRETAG SPM 100 gemessen. Die Untersuchung der Keimbesiedlung mit einem mobilen Keim erfolgte über die Bestimmung der Anzahl penetrierter Prüfkörper (Dicke 2 mm). Ausgewählte Ergebnisse sind in der Tabelle dargestellt.

Material/
Chemische Basis
Beschichtung
DEab
Anzahl penetrierter Prüfkörper nach
Keimbesiedlung
     
3d
7d
14d
21d
28d
35d
EPICRYL-hot/
PMMA
ja
nein
3,98+/-5,23
2,61+/-0,28
0
4
0
4
1
4
1
5
1
6
1
6
ELASTO-
SYNSIL/
Silicon
ja
nein
1,73+/-0,37
1,73+/-0,20
0
0
0
1
2
5
2
5
2
5
2
5
EPISIL-E/
Polysiloxan
ja
nein
10,52+/-2,14
9,34+/-1,36
1
5
1
5
1
5
1
5
1
5
1
5
MOLLOPLAST-B/
Polysiloxan
ja
nein
4,93+/-0,99
4,67+/-3,97
0
0
0
1
0
4
0
4
0
4
0
4

Bezüglich der Farbstabilität kam es zu keinen signifikanten Unterschieden zwischen beschichteten und unbeschichteten Prüfkörpern (Mann-Whitney-U-Test, p>0.05). Die Keimbesiedlung war beginnend mit dem 7d nach Exposition geringer, wenn die Prüfkörper beschichtet waren. Die Oberflächenbeschichtung von Epithesenmaterialen hat keinen Einfluß auf deren Farbstabilität, reduziert aber die Keimbesiedlung.

Autorenadressen:
Dr. Annette Schmidt, Univ. Prof. Dr. Bernd Reitemeier,
ZA Dan Lesche und Dr. Ing. Gert Richter Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Universitätsklinikum Dresden
Fetscherstr. 74
D - 01307 Dresden


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