B. Reitemeier, G. Müller, C. Brandstätter, W. Schaal:

Experimentelle Untersuchungen zur Passgenauigkeit von Epithesenrändern

Ziel der experimentellen Untersuchungen war die Prüfung von Einflussfaktoren auf die Randspaltbildung bei Epithesenwerkstoffvertretern. In die Untersuchung waren vier Epithesenwerkstoffe (Episil E, Epicryl, Elastosil M 3500, Synsil 30) und Flexor als Vergleichmaterial einbezogen. Die Prüfkörperform gestattete Randwinkel von 30, 45 bzw. 60 darzustellen. Die Randspaltgenauigkeit wurde mit Hilfe eines Zwei-Koordinatenmessgerätes vom Typ 05-250 D ermittelt. Als weiterer Einflussfaktor für Randspalten, der bei der Nutzung elastischer Materialien Bedeutung erlangen könnte, wurde das plasto-elastische Verhalten untersucht. Die Dauerbelastungsprüfung erfolgte mit dem Gerät HADO 2.

Die ermittelten Randspalten waren stets kleiner 1 mm. In Abhängigkeit des Werkstoffs und des Randwinkels wurde ein unterschiedliches Spaltverhalten ermittelt. Die geringsten Spaltbildungen wurden für Elastosil M 500 /maximal 0,2 mm) und für Episil ermittelt. Bei Epicryl nahm zusätzlich die Schichtstärke Einfluss. Das plasto-elastische Verhalten zeigte im Dauerbelastungsversuch bis 5000 Expositionen bei Elastosil M 3500 und Synsil 30 nur einen minimalen Verlust der elastischen Rückstellung. Für Episil sanken die erforderlichen Auslenkungskräfte von 0,25 N auf nahezu 0. Entsprechende Kurvenverläufe zeigen die Zeitabhängigkeit.

Das Randspaltverhalten ist bei der Herstellung von unterschiedlichen Epithesenwerkstoffen von differenten Defektrandwinkeln und von der Schichtstärke abhängig. Für den Nutzungszeitraum nimmt auch die Werkstoffeigenschaft des plasto-elastischen Verhaltens Einfluss.

Autorenadressen:
Prof. Dr. Bernd Reitemeier, Dr. Gabriele Müller,
ZA Christian Brandstätter und ZTM Wolfgang Schaal
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Universitätsklinikum Dresden
Fetscherstr. 74
D - 01307 Dresden


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