H.-U. Klapper, A. Thriemer, Th. Reiber, K.-H. Dannhauer und H.-L. Graf:

Therapiemöglichkeiten und Probleme bei der resektionsprothetischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen bei gleichzeitiger kieferorthopädischer Behandlung

1. Einleitung
Die Defekte Kiefer-Gesichts-Versehrter - vorrangig bedingt durch chirurgische Eingriffe im Rahmen einer komplexen Tumortherapie - führen zu gravierenden morphologischen Entstellungen, funktionellen Störungen (z.B. Ästhetik, Mastikation, Phonetik) und psychischen Belastungen mit Auswirkungen auf Kommunikations- und Arbeitsfähigkeit sowie auf die soziale und berufliche Integration. Die Behandlung dieser komplexen Defekte bei dieser Patientengruppe erstreckt sich über einen längeren Zeitraum von Monaten bis Jahren. Sie kann mit verschiedenen chirurgischen Maßnahmen oder mit alloplastischen prothetischen Therapiemitteln (Epithese, Resektionsprothese) die Belastungen mindern, aber den Organ- und Funktionsverlust nicht voll kompensieren. Bei der Therapie ist eine besondere intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Fachdisziplinen der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde notwendig, um eine optimale Wiederherstellung der gestörten Funktionen zu erreichen.

2. Zielsetzung
Besondere Probleme treten bei der Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen nach Tumoren im Kiefer-Gesichts-Bereich auf, wenn zusätzlich zur Wiederherstellung der gestörten Funktionen eine kieferorthopädische Behandlung durchgeführt werden muß. Im Rahmen des Vortrages wird die Vorgehensweise der interdisziplinären Zusammenarbeit am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Leipzig bei Versorgung dieser Patientengruppe durch klinische Beispiele vorgestellt.

3. Material und Methode
Bei Jugendlichen nach Tumoroperationen ist nicht nur eine resektionsprothetische Versorgung notwendig, in vielen Fällen muß in der Wachstumsphase eine ergänzende kieferorthopädische Behandlung durchgeführt werden. Dabei erfolgt z.B. die Ausformung der Zahnbögen oder die Nachentwicklung der Kieferbasis. Durch die Zahnbewegungen während der KFO-Behandlung ist keine sichere Fixierung der Resektionsprothese zu erreichen. Die Insertion neuer orthodotischer Implantate (Fa. Straumann) z.B. im Gaumenbereich ermöglicht, den Zahnbogen kieferorthopädisch auszuformen und die Resektionsprothese sicher zu fixieren. Beispielhaft werden anhand von klinischen Bildern die verschiedenen Schritte der kieferchirurgischen, implantologischen, kieferorthopädischen und resektionsprothetischen Behandlung dargestellt und Problemlösungen aufgezeigt.

4. Resultate und Diskussion
Durch die im Vortrag vorgestellten klinischen Fälle wird die Bedeutung einer interdisziplinären Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde zur optimalen Rehabilitation dieser speziellen Patientengruppe veranschaulicht.

Autorenadressen:
Dr. H.-U. Klapper, A. Thriemer und Prof. Dr. Th. Reiber
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde

Prof. Dr. K.-H. Dannhauer
Lehrstuhl für Kieferorthopädie

PD Dr. H.-L. Graf
Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie

Universität Leipzig
Zentrum für ZMK
Nürnberger Str. 57
D - 04103 Leipzig


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